Bewegung und Gleichgewicht – die Balance entscheidet!

Bewegung und Gleichgewicht – die Balance entscheidet!

5 Trainings-Tipps für den Alltag

Balance entscheidet - Wann bist Du das letzte Mal über einen Baumstamm balanciert?Balance entscheidet - Wann bist Du das letzte Mal über einen Baumstamm balanciert?

Wann bist Du das letzte Mal über einen Baumstamm balanciert? Wann hast Du Dir das letzte Mal die Strümpfe im Stehen angezogen? Wann bist Du das letzte Mal auf unebenem Untergrund gewandert?

Die Evolution hat uns mit einem ausgeklügelten Gleichgewichtssystem ausgestattet. Damit können wir aufrecht durchs Leben gehen und vielseitige Aktivitäten ausführen, ohne umzufallen.

Allerdings nimmt die Balance-Fähigkeit in unserer Gesellschaft selbst in Alltagssituationen immer weiter ab. Der Boden auf dem wir gehen, ist meistens eben. Das Sitzen am Schreibtisch ist monoton. Und durch die sportliche Betätigung auf Ergometern, Laufbändern oder an geführten Maschinen, fühlt sich das menschliche Gleichgewichtssystem unterfordert.

Wie funktioniert Gleichgewicht und warum ist das wichtig?

Der Gleichgewichtssinn, auch vestibuläres System genannt, ist komplex. Und es ist das für den Menschen wohl wichtigste Sinnessystem, wenn es um Fortbewegung geht. Genau genommen sind gleich mehrere Sinne beteiligt. So gehören die Augen und auch der Tastsinn sowie die Tiefensensibilität der Muskulatur dazu. Zentral für die Funktion des Gleichgewichtssinns ist jedoch das Gleichgewichtsorgan, das seinen Sitz im Innenohr hat. Bei jeder unserer Bewegungen ist es in der Lage, die aktuelle Position zu beurteilen und falls erforderlich, eine stabilisierende Reaktion anzumelden.

Dass wir nicht umkippen verdanken wir einer enormen Gehirnleistung

Das Gehirn ordnet alle Informationen ein, die es von unseren Muskeln, Gelenken, den Augen und dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr empfängt. Anschließend steuert es die Muskeln und Gelenke im Körper an, um die Haltung entsprechend schnell und richtig anzupassen. Dadurch können wir aufrecht gehen, Sport treiben und uns im Raum orientieren.

Sowohl im Alltag als auch beim Training hilft uns diese Fähigkeit schnell zu reagieren und beispielsweise eine Verletzung durch Umknicken oder Stürzen zu vermeiden. Der Profi-Sport kommt inzwischen nicht mehr ohne Gleichgewichtstraining aus, da sich damit nachweislich das Verletzungsrisiko reduzieren lässt.

Aber auch für Menschen mit neurologischen Erkrankungen, im Rehabereich, im Freizeitsport und für Senioren sollte Gleichgewichtstraining Teil des Trainingsprogramms sein.

Gleichgewichtssinn bei vielen Erwachsenen schwach

Bei Kindern ist das Gleichgewichtsorgan noch besonders sensibel. Wer Kinder beobachtet weiß auch, dass sie jede Möglichkeit zum Balancieren nutzen. Und selbst wenn die Kleinen einmal hinfallen, ziehen sie sich dabei keine ernsthaften Verletzungen zu, da ihr Gleichgewichtssystem und ihre Reaktionsfähigkeit gut trainiert sind.

Leider verliert sich diese Fähigkeit zunehmend im Laufe des Lebens, weil wir sie nicht ausreichend trainieren. Inzwischen fällt es sogar jungen Erwachsenen schwer, auf einem Bein zu stehen und dabei vielleicht noch die Augen zu schließen. Das digitale Zeitalter und der fehlende Fokus auf vielseitige Bewegung im Schul- und Freizeitsport führen dazu, dass unsere Gesellschaft immer instabiler wird.

Stürze nach Verkehrsunfällen weltweit zweithäufigste Ursache für schwere Unfälle

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellen Stürze nach Verkehrsunfällen weltweit die zweithäufigste Ursache für schwere oder gar tödliche Unfälle dar. Gemäß einer Studie hat sich die Gesamtzahl der tödlichen Stürze zwischen 1990 und 2017 sogar fast verdoppelt.*
Diese bedenkliche Entwicklung zeigt sich vor allem bei Menschen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr, die den größten Teil des Tages sitzend verbringen.

Die gute Nachricht: wenn wir wieder mehr Gleichgewichtsübungen in das tägliche Training integrieren, können wir unsere Balance-Fähigkeit erhalten.

Es gilt das Prinzip „use it – or lose it“.

Gleichgewicht ist also keine Frage des Alters, sondern der konsequenten Übung!

Im Personal Training empfinden meine Klienten die Balance-Übungen oft als fordernd. Man kommt zwar nicht besonders ins Schwitzen, muss aber konzentriert bleiben. Und irgendwie fühlt es sich immer wackelig an. Das direkte Erfolgserlebnis ist nicht immer greifbar, wird sich aber bei regelmäßigem Üben in Alltagssituationen deutlich auszahlen.

Zum Beispiel, wenn bei einem Sturz, beim sportlichen Manöver oder beim Stolpern auf der Treppe plötzlich Reaktion und Balance gefordert ist und dann dank es regelmäßigen Trainings alles glimpflich verläuft.

5 Übungen für ein stabiles Gleichgewicht

  • auf einem Bein stehen und dabei den Kopf langsam von rechts nach links drehen
  • Strümpfe und Hose im Stehen anziehen
  • eine Treppe seitwärts oder rückwärts hoch gehen
  • einbeinig auf der Stelle hüpfen
  • bei jedem Spaziergang eine Balancier-Möglichkeit nutzen (Bordstein, Baumstamm)